28.4.2018 – Piz Palü Spinaspfeiler

Kurz nach unserer Begehung der Eiger Nordwand sind Philip und ich wieder motiviert für eine weitere Nordwandroute. 2 weitere Freunde von uns, Noah und Kusi sind auch mit von der Partie. Unser Plan ist mit der ersten Gondel am Morgen hoch zur Diavolezza zu fahren und dann mit Skiern zum Spinaspfeiler zuzusteigen.

Technisch und Fittnessmässig sollten wir dies eigentlich machen können, wenn die Verhältnisse dann auch wirklich passen.
Von der Diavolezza Bergstation geht’s runter auf den Gletscher und mit Fellen einfach bis zum Pfeilereinstieg. Wir wechseln auf Steigeisen und ich beginne, den Aufstieg zu spuren. Unten, wo die Spindrifts liegen bleiben ist der Schnee richtig tief und braucht einiges an Spurarbeit. Als es steiler wurde und in die Rinne ging übernahm Philip mit Kusi am Seil die Führung und spurte bis hoch zu den Felsen. Diese sind schneebedeckt und unangenehm zu klettern und schwierig abzusichern. Wir queren links raus in die Flanke, links vom eigentlichen Pfeiler und finden hier sogar einen Bohrhaken.
Einfach aber anstrengend klettern wir die fast blanke Flanke hoch bis wir kurz vor dem Top wieder auf den Pfeiler wechseln und so direkt am Gipfel aussteigen.
Mittlerweile sind wir eingehüllt im Nebel, dies eigentlich erst seit kurzem. Eigentlich wollten wir durchs Loch abfahren, aber wir alle kennen die Abfahrt nicht und ich beharre darauf, im Nebel auf dem Gletscher nicht irgendwelche Abenteuer, die nicht nötig sind, zu starten. Und so steigen wir über den Haupt- und Ostgipfel ab zum Normalweg und können hier den alten Spuren von Tourengängern aus dem Nebel heraus folgen. Weiter unten kommen wir wieder aus dem Nebel heraus und fahren noch bis Morteratsch mit den Brettern ab. Super Tag bei ziemlich guten Verhältnissen mit guten Freunden! 🙂

Fazit

Im Frühling eine super interessante Tagestour welche mithilfe der Bahn um einiges verkürzt werden kann. Die Verhältnisse sollten schon einigermassen gut sein, sonst wird’s ein sehr strenger Tag. Die Kletterei überstieg eigentlich nie 70°-75° in den steilsten Stellen in Schnee und Eis. Die schwierigsten Felsstellen die wir kletterten waren vielleicht kurz im 3. Schwierigkeitsgrad.

Zeit:
Im Frühling, wenn der Schnee sich bereits gesetzt hat wird wohl die beste Zeit sein. Mit Skiern kann der Abstieg so viel verkürzt werden, dass die Tour auch an einem Tag geht. Muss man noch hinunter laufen und die Diavolezzabahn erwischen, wird’s schon eng…

Unsere Zeit:
8:00 Erste Gondel
8:40 Beginn Aufstieg zum Pfeiler
10:00 Beginn Kletterei/Stapferei am Pfeiler
14:00 Gipfel Spinaspfeiler
15:00 Hauptgipfel
16:30 Morteratsch Bahnhof

Material:
50m Einfachseil
kleiner Satz Friends (0.4 – 0.75)
4-5 Eisschrauben
Helm
Eisgeräte und Steigeisen
Einige Expressschlingen
Lawinen- und Tourenausrüstung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close