7.7.2018 – Hiendertelltihorn E-Grat

Wieder zusammen mit Céline bin ich unterwegs im Berner Oberland. Wir wollen ins Gruebenbiwak, obwohl die Wetterprognose nicht fantastisch aussieht.
Der Zustieg ist einfach dem Wanderweg entlang und geht etwa 3-4h. Die Biwakschachtel ist super eingerichtet mit Holzherd und 2 Schlafzimmern und Aufenthaltsraum. Wir schaffens genau vor einsetzendem Niederschlag ins Biwak.

Gerne würden wir am nächsten Tag den Kleinen Diamantstock via dessen Nordgrat besteigen. Bei strömendem Regen machen wir uns auch auf den Weg zum Berg. Nach 2 Seillängen drehen wir aber um weil die Flechten wirklich unglaublich rutschig und gefährlich für Verletzungen wären. Dies wäre hier bei diesem Wetter eine der schlechtesten Situation in welche man kommen kann, da man in diesem Kessel auch keinen Mobilfunkempfang hat.

Also zurück in die warme Hütte und alles trocknen lassen. Der Wetterbericht für den nächsten Tag war super, als wir losgegangen sind im Tal.
So war’s dann auch, strahlend blauer Himmel am Morgen. Wir starten den Aufstieg von der Hütte richtung Norden und P. 2663, von diesem queren wir das gesamte Plateau bis zum Gletscher und später zum Ostgrat des Hiendertelltihorn zum Einstieg auf ca. 2790m. Der Einstieg zeichnet sich durch glatte, weisse Felsen aus.
Nun geht’s immer der Beschreibung des Topos vom „Keepwild-Climbs Best of“-Führer zuerst querend auf den Grat und dann entlang diesem weiter.
Die Schwierigkeiten kommen in SL 3 und 4 und haben Bolts, wo nicht mit Friends selbst abgesichert werden kann. Oben raus haben wir uns ein wenig verstiegen und haben eine anregende Variante zur beschriebenen geklettert. Absicherung war hier voll und ganz Clean.

Der Abstieg vom Gipfel geht am einfachsten via Südgrat bis nach Osten die hoffentlich noch mit Schnee gefüllte Rinne auf den Gletscher weist. Die Felsen in dieser Rinne sind brüchig und sicher nicht angenehm abzusteigen wenn’s keinen Schnee mehr hat. Weiter sind wir abgestiegen via „Undri Bächlilicken“ zur Bächlitalhütte um am nächsten Tag noch den Diamantstock Ostgrat zu begehen, welcher auch sehr lohnend ist!

Fazit

Fantastische Route weg vom Mainstream, welche genussvolle Kletterei, ein Gipfelerlebnis und einen interessanten Abstieg mit Ausbaumöglichkeiten für die nächsten Tage bietet. Das unbewartete Biwak ist schön und sauber eingerichtet und ein Besuch lohnt sich. Wer das Abenteuer nicht scheut dem sei diese Route wärmstens empfohlen!

Zeit:
Die beste Zeit für diese Route ist im Sommer, wahrscheinlich ist der Abstieg im Frühsommer um einiges angenehmer wenn in der Rinne noch Schnee liegt.

Unsere Zeit:
1.5h Biwak – Einstieg
4h Einstieg – Gipfel
1h Gipfel – Gletscher

Material:
– Gletscherausrüstung
– Einfachseil / Halbseile
– Je nach Psyche 1-2 Sätze Friends
– 1 Satz Keile
– 5-8 Expressschlingen
– Schlingen für Zacken und Stände
– Helm
– evtl. Kletterschuhe

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